Bedeutung
Die wirtschaftliche Bedeutung von Gerste ist geringer als die der Getreidearten Weizen, Mais und Reis.
Wintergerste wird überwiegend als Futtergerste verwendet, sie zeichnet sich durch höhere Erträge und relativ viel Eiweiß (12–15 %) aus.
Für die menschliche Ernährung kommt überwiegend Sommergerste als Braugerste zum Einsatz.
Jährlich verarbeiten die österreichischen Mälzereien etwa 180.000 t.
In Österreich werden circa 74.000 ha Wintergerste und 119.000 ha Sommergerste ausgesät, davon ca. 40 % als Braugerste.
Produktion
Gerste zählt zu den Selbstbefruchtern, beim Anbau wird zwischen Winter- und Sommergerste unterschieden.
Gersten werden anhand ihrer unterschiedlichen Ähren in zwei- und mehrzeilige Gerstensorten unterteilt.
Die zweizeiligen Formen entwickeln pro Ansatzstelle nur ein Korn, das voll und kräftig ausgeprägt ist.
Bei den mehrzeiligen Gerstensorten treten bis zu drei Körner pro Ansatzstelle auf, die sich aber nicht so kräftig entwickeln wie die der zweizeiligen Formen.
Zweizeilige Gerstensorten, gibt es als Sommer- und Wintergerste.
Als Braugerste für die Bierherstellung finden nur zweizeilige Formen Verwendung.
Mehrzeilige Gerstensorten sind überwiegend Wintergerstensorten, die im Herbst gesät werden und eine Vernalisation zum Schossen benötigen.
Wintergerste ist ertragreicher und wird im September gesät.
Die Ausbildung von Nebentrieben (Bestockungstriebe) ist vor dem Winter abgeschlossen.
Aus ihnen entwickeln sich im nächsten Frühjahr die Ähren tragenden Halme.
Die Aussaat der Sommergerste erfolgt im Frühjahr.
Sie reift in weniger als 100 Tagen heran und benötigt deutlich weniger Wärme als die Wintergerste.
Nach den Phasen der Bestockung, des Schossens und des Ährenschiebens folgt die Blüte und Ernte.
Züchtung
Bei der Züchtung neuer Gerstensorten wird neben der Ertragsfähigkeit besonderer Wert gelegt auf die Standfestigkeit und Strohstabilität, Winterfestigkeit,
gute Kornausbildung und Widerstandsfähigkeit gegenüber den Krankheiten Mehltau, Zwergrost, Netzflecken und Rynchosporium.
Die Anforderungen an die Saatgutqualität bei Gerstensaatgut sind sehr hoch. So wird eine Keimfähigkeit von mindestens 85 %, ein Reinheit von mindestens 98 Gewichts-% und ein maximaler Besatz (Fremdkörner von anderen Getreidearten oder Pflanzen) von 10 Stück pro 500 g verlangt.
Mit Original-Saatgut, das heißt mit garantierter Keimfähigkeit, mit Gesundheit und Ertragssicherheit sowie durch Nutzung des Züchtungsfortschrittes sichern Sie sich Ihren Mehrertrag.
Original-Saatgut ist damit ein wesentlicher Faktor für den Betriebserfolg:
Saat gut – Ernte gut |
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