Maiszüchtung

Maiszüchtung im Detail

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Maissorten

Maiszuchtstation Schönering

Maissorten sind heutzutage Hybridsorten. Um Hybridmaissaatgut erzeugen zu können, benötigt man Inzuchtlinien, die in Kombination jene Leistungen bringen, die eine bestimmte Sorte auszeichnen. Im Maiszuchtgarten in Schönering wird jährlich auf rund 5 ha Ackerfläche neues Linienmaterial entwickelt. Das Material unterliegt einer ständigen Selektion bezüglich Leistung und Gesundheit.

Zwei grundsätzliche Arbeitsschritte – Selbsten und Kreuzen – sind im Maiszuchtgarten zu unterscheiden. Unter „Selbsten“ oder einer „Selbstung“ versteht man, dass Pollen (Blütenstaub) auf die Narbenfäden der gleichen Pflanze gestäubt wird. Durch wiederholte Selbstungen über mehrere Jahre erhält man reinerbige Inzuchtlinien.

Die Inzuchtlinienentwicklung erfolgt abwechselnd in Schönering und in Chile. Einerseits kommen konventionelle Selbstungsprogramme und anderseits die moderne Doppelhaploidentechnik zur Anwendung – ein aufwändiges Verfahren, mit dem man sehr rasch reinerbige Inzuchtlinien erhält.

Isolierte Fahnen

Bei der Ernte im Zuchtgarten werden alle Kolben einer Inzuchtlinie entliescht. Nach genauer Prüfung und Selektion werden die Kolben händisch gepflückt, sackiert und mit dem Feldetikett gekennzeichnet. Anschließend werden die Kolben bei 35 °C zur Keim- und Lagerfähigkeit getrocknet. Nach einer genauen Datenanalyse wird nur das hochwertigste Material aufbereitet und weiter bearbeitet.

Die entwickelten Inzuchtlinien müssen auf ihre Kombinationseignung geprüft werden. Dabei werden die neuen Inzuchtlinien mit Elite-Inzuchtlinien im Zuchtgarten von Hand oder auf isolierten Flächen in so genannten Topcross-Programmen miteinander verkreuzt.

Von „Kreuzen“ spricht man, wenn Pollen auf Narbenfäden gezielt ausgewählter Pflanzen gestäubt wird. Bei Kreuzungen werden die Eigenschaften von 2 Inzuchtlinien kombiniert – man erhält einen Hybrid.

Tausende Hybriden werden jährlich neu produziert und in Versuchen abgetestet. Mit einem eigens für die Züchtung entwickelten 2-Parzellendrescher werden die Versuchshybriden geerntet. Schon während des Druschvorganges werden Erntegewicht, Erntefeuchtigkeit und jetzt auch zusätzlich Protein, Stärke und Fett mittels NIRS-Technologie pro Parzelle ermittelt.

Selektiert werden die Ergebnisse von Testkreuzungen in mehreren Ebenen, wobei die Anzahl der Tester (Elite-Inzuchtlinien) und die Anzahl der Versuchsparzellen von Jahr zu Jahr gesteigert werden. Überzeugen neue Hybriden in den eigenen Versuchen, werden sie auch von offizieller Seite geprüft.

Isolierte Kolben

Am Ende dieses mehrjährigen Prozesses stehen amtlich registrierte Hybriden – bereit für die Vermarktung in Österreich und ganz Europa. SAATBAU LINZ – Hybriden werden europaweit über Partnerfirmen in den jeweils relevanten Reifegruppen abgetestet und vermarktet.


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